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Mariananda



BRIEFE AN MARIANANDA

 

 

regenbogen

Berichte von Teilnehmern der

 

Internationale Europäische Enneagram Conferenz in Dänemark 2010

 

Ein Erfahrungsbericht

 

Es war für mich eine überaus große Freude und Ehre mit der spirituellen Lehrerin MARIANANDA und den true-friends des SANGHA Blue-Planet in diesem Herbst an der Internationalen Europäischen Enneagram Conferenz in Dänemark teilzunehmen.

 

Das Enneagram ist eine sehr treffende Beschreibung der hier neun verschiedenen Persönlichkeitstypen. Es wurde der „Sage“ nach von Sufi-Meistern im Nahen Osten entwickelt und bis in die heutige Zeit überliefert. Seit etwa 40 Jahren werden die Erfahrungen darüber, wie man diese Typenbeschreibung für sich nutzen kann und wie sie für die Leitung von Gruppen angewendet werden können, erforscht, gelehrt und veröffentlicht.

 

So waren auf dieser Internationalen Konferenz vorwiegend Menschen, die mit Gruppen arbeiten, als Coach, Manager, Therapeuten und spirituelle Lehrer.
Es war sehr spannend, mit völlig unbekannten Menschen aus den verschiedensten Ländern ins Gespräch zu kommen und alle hatten das Enneagram als Grundlage.
Man konnte völlig frei von sich erzählen, welche „Probleme man hat“, weil alle wissen, dass diese Probleme Verhaltensmuster sind. Das fand ich toll. Dadurch war es oft auch, trotz der Probleme, sehr lustig und auch anteilnehmend, weil man weiß, womit sich die anderen auch herrumschlagen.

 

Ja, das fällt mir erst jetzt beim Schreiben auf, dass dies, zumindest bei mir, dazu beiträgt, mitfühlender zu sein. Und durch das Sprechen über die Enneagram-Typen
und den Übungen in den workshops dazu, kam man mehr in wirklichen Kontakt mit den anderen Teilnehmern.

 

MARIANANDA war eine der Haupt-Anbieter der mehrstündigen Enneagram Vortrags-workshops, neben den weltbekannten Enneagram-Lehrern Tom Condon, Kathrin Chernick-Fauvre, David Fauvre und Mario Sikora. Von vielen wurde sie als eine der wichtigste Enneagram-Lehrerinnen und als erwachte, spirituelle Meisterin wahrgenommen.

 

An Mariananda´s workshop „From Ego to Divine Self” nahmen wohl auch daher auffallend viele bekannte Enneagram-Lehrer teil.
Für mich führte der halb-tägige workshop zu einer erneuten Vertiefung. Die meisten workshops dieses Kongresses waren darauf ausgerichtet, innerhalb der Strukturen der Persönlichkeit, die das Enneagram aufzeigt, nach „Verbesserung“ und „Erleichterung“ zu streben.
Mariananda ging darüber hinaus.
Sie leitete uns Teilnehmer an, sofort konkret zu erfahren, wer wir in diesem Moment wirklich sind, wenn wir nicht unseren Gedanken, Gefühlen und körperlichen Wahr-nehmungen folgen (also den drei unteren Chakren und damit den von ihr zuge-ordneten Enneagram-Typen). Von hier aus stellte sie einige ihrer Forschungs-ergebnisse der Verbindungen der sieben Chakren und des Enneagrams vor.
Im Plenum ging von Mariananda eine unglaubliche Offenheit und sanfte Präsenz aus. Es gelingt mir nur dies in folgenden Bildern auszudrücken:
Sie war ein „Offenes Tor in die Freiheit“, eine „unermüdlich fließende Kraft, die weder bedrängt noch verdrängt“, eine „Quelle der Klarheit“ und die „Anwesenheit von bedingungsloser Liebe“. Ihre Worte wurden immer wieder von anderen Teilnehmern aufgegriffen.
Wie komme ich zu diesem Bild, das MARIANANDA ein „Tor in die Freiheit“ sei?
Ich sehe das wirklich räumlich, dadurch komme ich auch zu diesem Bild.
Im Plenum war sie wie ein „Helles Loch“, also nicht ein dunkles, wie im Weltall, sondern ein helles.
Wenn sie spricht, sind es nicht nur ihre Worte allein, die etwas aussagen, sondern es kommt so viel Lebendigkeit in den Raum, als würden lauter helle Lichtteilchen umherschwirren und damit eine Art Durchlass in eine andere Dimension herstellen.
Dies wirkt befreiend und reinigend und erhellend, ist freundlich und schön.

Zugleich ist MARIANANDA so natürlich und so voller Freude, dass man schon dadurch merkt, wie „verklemmt“ man ist, in dem Sinne, dass man selbst nicht wirklich voll lebendig ist.
Dabei wird mir verständlich, warum manche Menschen und ich früher genauso, immer wieder verschreckt oder aggressiv auf MARIANANDA reagieren.
Man wird sich in ihrer Gegenwart bewusst, dass da etwas mit einem nicht stimmt, dass etwas an einem klemmt.
MARIANANDA ist wie ein Feuer, das so kraftvoll und hell leuchtet, das aber nicht verbrennt, sondern wie eine Sonne Wärme und unterstützende Kraft abgibt.
Ihr Feuer hat keine roten und blauen Farben, sondern ist nur hell und lichtvoll (auch nicht gelblich oder orange oder bläulich).
Daher ist man angezogen, von dieser enormen, liebevollen Kraft und erschrickt zugleich, weil man sieht: Huch, wie leblos bin denn ich?

 

Ein sehr, sehr berührendes Erlebnis war für mich der letzte Abend.
Die Veranstalter hatten einen Mann eingeladen, der mit den Kongress-Teilnehmern einen afrikanischen, sehr aggressiven Kampf-Tanz durchführte. Gleich zu Beginn befahl er einigen Enneagram-Lehrern, die nicht mittanzen wollten, den Raum zu verlassen. Dies war so gewalttätig, unerbittlich und diktatorisch, dass sich eigentlich alle Teilnehmer hätten weigern müssen, weiter daran teilzunehmen.

 

Außerhalb dieser Veranstaltung fand dann jedoch eine ganz besondere, nicht geplante „zufällige“ Begegnung statt. Glücklicherweise hielt ich nach einiger Zeit diesen Kampf-Tanz nicht mehr aus und traf MARIANANDA und Kathrine Chernick Fauvre und David Fauvre in einem Austausch ihrer spirituellen Erfahrungen mit ihren Meistern und den Auswirklungen auf ihr Leben. Kathrine, David und Alfred Kamphuis aus Holland kannten Mariananda bis dahin nicht.

 

Es sammelten sich immer mehr Zuhörer um den Tisch und alle, die dabei waren, immer wieder Fragen stellten und zuhörten waren zu tiefst berührt.
Ich fühlte mich dabei wie ein Kind, das an einem heiligen Treffen von vier weisen und erwachten Menschen teilnehmen durfte, das weit über meinen Horizont hinausreicht. So fand ich Kathrines Lächeln von einer überirdischen Schönheit und Lieblichkeit.
Sie ist eine Frau, die etwa 50 Jahre alt ist, aber so zart und zerbrechlich wirkt, wie ein junges Mädchen.
Und auch ihr Lächeln ist so liebreizend, dass man es immerzu sehen möchte.
Ihre Augen, die Augen aller, MARIANANDA´S und David´s Augen waren so ohne Argwohn und so, so, so offen und Liebe pur, dass mir der Atem stehen blieb. Sie waren auch so zart und fürsorglich für einander. Man spürte, dass sie einander lieben, in Liebe begegneten.
So etwas habe ich in meinem Leben noch nicht erlebt. So viel Zartheit. Sie erzählten sich gegenseitig und uns von ihrer Liebe und Hingabe an ihre spirituellen Lehrer, von ihren Erfahrungen und auch von den dunklen Tagen, als zum Beispiel Kathrins Sohn gestorben ist.
Und diese Liebe breitete sich im Erzählen über uns aus und liebte uns zugleich mit.
Ich fühlte mich wie ein Kind, das mit am Tisch von vier sehr weisen Menschen sitzen darf und mit jeder Zelle aufnehmen will, was da passiert, auch wenn es nur einen Bruchteil davon versteht, was sich da eigentlich gerade ereignete. Mir blieb der Atem weg, aus Dankbarkeit, dass ich daran teilhaben durfte.
Welche eine große Ehre, ich freue mich zutiefst.
Meine Hände legte ich ganz flach auf den Tisch. Ich weiß auch nicht warum. Ich wollte dadurch verbunden sein, mich mit hineinbegeben in diesen ungeheuren Liebesstrom. Und wenn Kathrin mich beim Erzählen ansah, fühlte ich mich so geliebt und geehrt, dass mir selbst jetzt noch der Atmen stehen bleibt.
Dies passierte auch Kathrine selbst beim Erzählen immer wieder. Sie konnte teilweise gar nicht sprechen, weil sie so ergriffen war, von der Größe und Herrlichkeit Gottes. Davon, wie sie geführt und geleitet wurde aus tiefsten, schlimmsten Erfahrungen.
Was ich noch erinnere ist, und ich kann dies gerade nur in meinen Worten schreiben, dass alle immer wieder sagten: Man muss nichts tun, es ist immer gesorgt, immer, es ist alles perfekt, absolut gut und wunderbar.
Kathrin sagte, dass man dies schützen muss, und oft auch nicht sprechen kann und dann gibt es Situationen, in denen man sprechen muss, es teilen muss. So wie jetzt.
Sie sah immer wieder MARIANANDA an, wie ein vertrauensvolles Kind blickt, und zugleich wie eine liebende Frau. Mariananda wirkte dabei die ganze Zeit wie das Zentrum des Geschehens, wie ein unerschütterlicher Fels in der Brandung, uralt und zeitlos zugleich. Beim Erzählen ergab ein Wort das andere, aber in dem Sinne, dass ihr und MARIANANDA abwechselnd wieder etwas einfiel, was sich ergänzte und sich so einpasste, in das, was die andere gerade erzählte hatte.
Es war wahre Kommunikation. Ich glaube Mariananda sagte dies, dass es wie eine Kommunion ist. Dieses ist es, was mich zu dem Bild bringt, dass es wie ein Abendmahl war. So stelle ich mir das Abendmahl mit Jesus vor.
Sprechen von Gott, von den Erfahrungen mit Gott, in Gottes Worten gesprochen und mit Gottes Ohren gehört. Also WAHR gesprochen und WAHR gehört. Kein Zweifel, kein Gedanke, kein Argwohn weit und breit – WIE UNFASSBAR.
Es ist so eine Mut machende Begegnung für mich. Zu erleben, wie Menschen, die so mutig und treu und tapfer ihr Leben leben, mit Todesfällen, Unglücken, schrecklich-sten Kriegs-Erlebnissen in der Kindheit, sich immer wieder entscheiden,
für das Leben, für die Kraft der Liebe, für den Glauben, für das Vertrauen, dass es alles Sinn macht.
Und dass diese Menschen ganz real in so einer Lieblichkeit, Demut, Anteilnahme, Liebeskraft erstrahlen, vollkommen uneigennützig, staunend, vertrauensvoll wie Kinder, und zugleich so erwachsen kraftvoll in ihrer Treue. Zu hören, wie immer immer zu Gottes Liebe sie getragen und geleitet hat und ihr Herz nun das EINE HERZ geworden ist, das strahlt und gibt und gibt und gibt.
Am meisten berührte mich die Zärtlichkeit und Schönheit dieser drei Menschen, die erzählten.
„Die Liebe ist ein zartes Gewächs“ – heißt eine der awakening-cards von MARIANANDA.
Kathrin und MARIANANDA erzählten, wie sie schon in jungen Jahren Jesus treu waren und beteten und dass es viele Situationen in ihrem Leben gab, in denen sie sich für Menschlichkeit, bedingungslos für Liebe, für einen unbekannten Weg, entschieden.
Mir wurde noch viel klarer, dass Erwachen nicht ein plötzliches, lichtvolles Ereignis ist, das einen Menschen, der immer gelogen hat, plötzlich verwandelt.
MARIANANDA und Kathrine hatten sich in ihrem Leben immer wieder entgegen der gängigen Meinung für ihre Liebe zu Gott entschieden.
Dies ist die Kraft, die ich meine, die man spürt. Es ist eine Kraft, die sich aus Hingabe speist und kräftig ist, weil sie aus vielen Ja´s zu Gottes Liebe und Vertrauen in seine Kraft gewachsen ist.
Und dieser Raum, in einer Sitzgruppe auf dem Flur des Konferenz-Gebäudes, war geschützt und getragen in der immer-wachen Präsenz MARIANANDA´S.
Jetzt beim Schreiben wird es mir erst noch klarer. Kathrin und MARIANANDA sprachen auch über die ewige WEIBLICHKEIT.
Was mich zutiefst berührte war, dass Alfred, Kathrine und David immer wieder sagten, dass MARIANANDA für so viel HEILUNG sorgt, und auch an diesem Abend „gesorgt hatte“, dass sie wie AMMA – die große indische Heilige, sei.
Und das ist wahr. Ich hatte vor einigen Jahren auch bei AMMA DARSHAN empfangen und in ihren Armen war dieser absolut sichere Ort, ebenso
wie an diesem Abend in der Präsenz von MARIANANDA. Durch sie war dieser Zeitpunkt, dieses Treffen und dieser Ort ein sicherer Ort der HEILUNG, der KOMMUNION, der Offenheit für GOTTES WORTE entstanden.
Wie spannend, jetzt beim Schreiben zu entdecken, dass dies sich mit meiner Wahrnehmung von MARIANANDA als offenes Tor in die FREIHEIT und in eine andere Dimension deckt.
Ein Abendmahl, SATSANG, in der WAHRHEIT GOTTES zusammen SEIN, genährt werden und heilen dürfen, an Leib und Seele. Dieses Abendmahl trägt mich auch heute noch. Ganz konkret hatte ich an diesem Abend durch die Brutalität des Kampf-Tanzes Brustschmerzen und Rückenschmerzen bekommen. Ich konnte direkt
spüren, wie der Kampf-Tanz weh getan hat. Denn diese Schmerzen hatte ich zuvor nicht. Nach etwa einer halben Stunde „beim Abendmahl“, waren diese Schmerzen wieder völlig verschwunden. Ich hatte das schon immer wieder in Marianandas Gegenwart erlebt.
Und seelisch ist mein Vertrauen in GOTT, den Sinn des LEBENS, den Sinn allen Schicksals, ohne es mit dem Kopf wissen zu können und zu müssen, wieder genährt worden und gewachsen. Vertrauen in die HEILIGKEIT und Kraft der WEIBLICH-KEIT. Es ist mir, als käme mein schnell und fleißig denkender Verstand etwas mehr zur Ruhe. Zu einer Ruhe, die nicht logisch ist, die er nicht bestätigen kann und muss, einer Ruhe, der auch er vertrauen kann, ohne dass er wusste dass er überhaupt vertrauen könnte.
Dieses Erlebnis wird mich noch viele Jahre begleiten, da bin ich mir sicher.
HERZLICHEN DANK an MARIANANDA und Cathrin und David und Alfred.
Andrea M.

 

2.Bericht

 

Im Oktober 2010 fand die Europäische Enneagram Konferenz nun zum zweiten Mal wieder in Helsingör, Dänemark statt.

Ich war zum ersten Mal dort und sehr gespannt, wie es sein würde, mit Menschen aus aller Welt zusammen zu kommen, die sich mit dem Enneagram befassen.
Meine geliebte spirituelle Lehrerin Mariananda war als eine der Hauptreferentinnen eingeladen und ich freute mich auf ihren Workshop und darauf, diese Tage bei der Konferenz mit ihr zu erleben. So ging es wohl auch anderen aus dem Sangha und so waren wir sechs Personen aus unserem Sangha, die zur Konferenz fuhren.
Am ersten Tag der Konferenz gab es viele Gespräche mit anderen Teilnehmern (aus Irland, Norwegen, Schweden, Dänemark, den USA, Österreich, ...), wir tauschten uns aus über unsere Erfahrungen mit dem Enneagram und fast in jedem Gespräch kam die Frage:
Und welche Zahl bist Du?
Die Zuordnung zu einem Enneatyp schaffte eine gemeinsame Sprache, machte es möglich, gleich ins Gespräch zu kommen und vermittelte das Gefühl, einander schnell zu kennen.
In den Workshops wurden die verschiedenen Verhaltensmuster der Enneatypen betrachtet
und erforscht, wie sie der Welt begegnen, die Welt wahrnehmen, wie sie sich verhalten, wenn sie unter Stress sind und wie sie sich verhalten, wenn sie entspannt sind.
Nach diesem ersten Tag der Konferenz begann der zweite Tag mit dem Workshop bei Mariananda.
Was ich als erstes wahrnahm, war eine große Erleichterung.
Mariananda machte sofort deutlich, dass das Enneagram uns zeigt, wer wir nicht sind. Sie beschreibt die Enneatypen nicht aus der Perspektive der einzelnen Typen, sondern eröffnet einen Blick, der das Ego zeigt, mit all seinen Begrenzungen und mit all seinen Versuchen, die Welt zu verstehen und sich in der Welt zurecht zu finden.
Der Fokus liegt bei ihr nicht darauf, wie ich mich als Persönlichkeit innerhalb des Enneagrams "verbessern" kann, sondern dass jedes Ego sich auf spezifische Weise von
Seiner göttlichen Essenz, von Gott, vom Bewusstsein getrennt hat. Mein Gefühl war: endlich bekommt alles seinen Platz.
Dass ich mich mit einem Enneatyp identifiziere und denke "Ich bin eine Eins. Ich bin Heike mit diesen Mustern, mit dieser Art, der Welt zu begegnen, "ist sehr normal und verständlich - aber das BIN ich nicht !
Als ich dort saß, hatte ich den Eindruck, Mariananda schneidet durch alle Schichten hindurch und benennt, worum es wirklich geht. Das Ego in den verschiedenen Enneatypen zeigt uns den Weg zurück zu Gott - denn es zeigt uns, was wir nicht sind.
Als Mariananda im Workshop sprach, erlebte ich es in zwei Richtungen gleichzeitig:
Das Verstehen der Enneatypen eröffnet Mitgefühl - für mich und für andere, für die Muster, für die Art, wie wir Beziehungen leben, wie wir uns bemühen und was die Motivation des Egos ausmacht. In diesem Mitgefühl wird es ganz weit in mir und sehr freundlich.
Die andere Richtung ist in die Tiefe. Im Zuhören entsteht eine Bewegung, die durch die Gedanken hindurch etwas berührt, das tiefer liegt. Dieses Gefühl, dass es "durch alle Schichten schneidet" erlebe ich als Erfahrung, dass Mariananda ein WISSEN anspricht,
das tiefer oder weiter als das Denken ist.
Eine weitere Besonderheit war es, mit Mariananda bei dieser Konferenz zu sein.
In den sechs Jahren, seit ich ihre Schülerin bin, bin ich ihr meistens in ihrer Wohnung, die zugleich die öffentlichen Räume für den Satsang und den Sangha sind, begegnet.
Es war immer die direkte Begegnung Schülerin - Lehrerin und ich kam und komme, damit sie mir sagt, wie ich untersuche um zu erkennen, wie und wo ich dem Ego folge.
Nun war es neu, eine ganz andere Umgebung, eine Begegnung "in der Öffentlichkeit" sozusagen. Was mir als erstes auffiel war, dass so viele Menschen unaufdringlich Marianandas Nähe suchten. Während wir zwischen den Workshops einen Kaffee tranken und in einer der vielen Sitzecken saßen oder zum Essen im Restaurant - immer wieder kamen andere Teilnehmer, Referenten, Organisatoren. Was mich berührte und beeindruckte, war die absolute Einfachheit der Begegnung. Mariananda ist ohne Erwartungen und ohne Wollen. Ich hatte den Eindruck, dass die Menschen, die ihr begegneten ganz sie selbst waren und zugleich schien das, was sie WIRKLICH sind, viel klarer und sichtbarer zu werden.
Von mir kenne ich einen sehr kritischen Blick und als ich dort all diese verschiedenen Menschen sah, begann sofort der Verstand nach Einser-Ego-Manier zu vergleichen und zu beurteilen.
Mariananda begegnet jedem Einzelnen OHNE irgendetwas an der Person oder der Situation verändern zu wollen. Es breitete sich in den Begegnungen immer eine Freundlichkeit aus, die mich sehr berührt. Zugleich ist sie absolut WAHR. Sie benennt und spricht die Wahrheit auf allen Ebenen. Diese absolute Hingabe an die Wahrheit führt, so habe ich es auch jetzt wieder erlebt, zu erstaunlichen Begegnungen.

 

Zwei Beispiele:
Hotelrechnung
Aufgrund der langen Anreise von Deutschland, waren Mariananda und ihre Assistentin schon eine Nacht vor der Konferenz in dem Tagungshaus angekommen.
Ich selbst hatte die Zimmer einige Tage vorher für alle gebucht - zu einem hohen Preis. Als Mariananda anreiste, fragte sie an der Rezeption, was eine Übernachtung kostet - denn dieser Preis konnte, ihrer Wahrnehmung nach, nur ein Missverständnis sein. Es stellte sich wirklich heraus, dass die Übernachtung viel weniger kostet als vorher gesagt. Mariananda sprach mit der Organisatorin der Tagung - und an der Stelle, an der ich Schuldgefühle bekam und Schuld erwartete, an der jedes Ego in Rechtfertigungen, Erklärungen etc. gegangen wäre - an dieser Stelle gab es eine freundliche Begegnung mit der Organisatorin. Diese hielt mit dem Hotel Rücksprache und teilte uns anschließend erleichtert und zufrieden mit, dass nicht nur wir, sondern auch andere früher angereiste Teilnehmende Geld zurück bekämen.
Bei diesem Beispiel ist es nicht das Geld, das wichtig ist, sondern mir wurde so deutlich, wie verfangen ich in Gedanken, Vorstellungen, Annahmen über eine Situation bin und was für einen Unterschied es macht, einer Situation oder einem Menschen OHNE dem Druck der Gedanken zu begegnen. Zudem erlebe ich bei Mariananda ein unerschütterliches Vertrauen - das dem Ego mit all seinen Zweifeln, Ängsten und Misstrauen so fremd ist.

 

Heilung
Am Tisch war durch ein Sanghamitglied eine etwas schwierige Situation entstanden, die von anderen bemerkt wurde. Als es von uns ausgesprochen war, dass
Mariananda unsere Lehrerin ist, fragte einer der Frauen an unserem Tisch sehr interessiert genauer nach es stellte sich heraus, dass sie gangaji auch begegnet war und so berichtete sie von ihrer Begegnung mit Gangaji.
Gangaji ist die geliebte Lehrerin von Mariananda - und Mariananda erzählte auch von ihrer Begegnung mit ihr.
Zu hören, wenn Mariananda von Gangaji spricht, ist für mich immer wieder neu und berührend. Ich habe von diesen Begegnungen schon einige Male gehört - jedoch ist es jedesmal wieder so, wenn Mariananda davon spricht, dass es JETZT stattfindet.
Die Intensität und Tiefe des Erkennens über die Grenzen des Egos hinaus, das stattgefunden hat, nimmt mich im Zuhören mit.
Die Begegnungen von Mariananda und Gangaji hier zu beschreiben würde den Rahmen überschreiten - daher empfehle ich jedem, der daran interessiert ist, Mariananda direkt zu fragen und es zu erleben, wenn sie es neu jetzt beschreibt.
Es ist auch sehr gut nach zu lesen unter www.enneagramtraining.de dort unter der Rubrik: Brief an Gangaji.
Inzwischen saßen wir alle am Tisch mit großen Ohren und offenen Herzen da, die Augen der Israelin strahlten und ich hatte eine Gänsehaut nach der nächsten.
Auch die zweite Israelin, die sich erst sehr zurückgehalten hatte, hörte aufmerksam zu.
Mariananda begann, von Deutschland und Israel und ihren einschneidenden Erfahrungen in Jerusalem zu sprechen.
Ein wesentlicher Leitsatz von Mariananda ist der Berliner Mauerspruch "Stell dir vor es ist Krieg - und keiner geht hin.". Nach diesem Satz lebt Mariananda durch und durch - und mein Eindruck ist, sie tat es schon, bevor sie ihn hörte.
So war ihr Leben geprägt von dem starken inneren Streben, an keinem äußeren oder inneren Krieg teilzuhaben und Frieden zu realisieren.
In Jerusalem war sie 1983 Teilnehmende der Weltkonferenz der Jungianer.
In einem großen Saal saßen gemeinsam zum ersten Mal seit dem Krieg Deutsche und Israelis in Israel nebeneinander. Das Thema des Vortrages hieß: „Animus und Anima“ gehalten von einem US- Amerikaner namens John Beebee.
Mariananda beschrieb an diesem Abend in Dänemark, an diesem Tisch mit Deutschen und Israelis, welch unertäglich, bedrückende Stimmung damals in Jerusalem im gegenseitigen Schweigen herrschte. Sie beschrieb, dass es nicht auszuhalten war, dass es, würde es einen Moment länger andauern einem dritten Weltkrieg gleich käme.
Mitten in die Rede eines angesehenen Jungianers stand sie plötzlich auf.
Ich erlebe Mariananda als eine zurückhaltende Person, die nicht gerne im Mittelpunkt der Aufmerksamkeit steht. Zudem ist sie mit Werten des Respekts erzogen, und in diesem Augenblick als junge angehende Psychoanalytikerin beim Weltkongreß aufzustehen und das Geschehen zu unterbrechen, konnte das Ende ihrer gerade beginnenden Karriere bedeuten.
Aber in diesem Moment gab es für sie keine Wahl, sie "wurde entschieden" aufzustehen. Sie stand da, hatte die Arme ausgebreitet, Tränen liefen ihr über das Gesicht und sie sagte: "Stop it. Please. Stop it." Eine atemlose, schreckliche Minute des Schweigens und einer sich aufbauenden Empörung begann sich auszubreiten, als sich der Ehrenpräsident der Jungianer Dr. Werner Engel erhob die Arme beruhi-gend ausbreitete und sagte: "Silentium ! If you really want to know what anima is - this was anima speaking."

 

Es war unendlich still im Saal und neben ihr reckte sich eine Hand empor und ergriff ihre Hand. Es war eine sehr alte Frau namens Geula Gath, die an diesem Abend zum ersten Mal wieder deutsch sprach. Sie sagte: 1933 habe ich geschworen, dass nie wieder ein deutsches Wort über meine Lippen kommt. Für Dich Maria breche ich meinen Schwur.
Die WAHRHEIT hat Mariananda aufstehen lassen - und kein Wollen oder Nicht-Wollen des Egos hat sich jemals wieder ernsthaft vor die Wahrheit schieben können. An diesem Abend in Dänemark war es Heilung, zuzuhören, wie Mariananda die Hoffnung auf Frieden, das Vertrauen in den Frieden niemals aufgab und alles dafür tat, jenseits von ("beyond") Täter und Opfer zu gehen. Sie beschrieb ihren eigenen Weg, in sich Opfer und Täter zu versöhnen. Sie beschrieb die intensive Heilungsarbeit, die wir bei einem Retreat mit Ruth, einer jüdischen Überlebenden erlebten. Wir ergänzten diese Beschreibungen mit unseren Erfahrungen und unserem Erleben, was es innerlich bedeutet, in Deutschland aufgewachsen zu sein und mit der Schuld groß zu werden.
Die beiden Israelinnen waren tief bewegt und sagten, dass es so gut sei, dies alles zu hören. Dass sie nicht gewusst hatten, wie Deutsche mit der Schuld und mit dem Naziregime umgingen. Sie sagten, dies ist eine Geschichte, die alle hören sollten.
Am letzten Abend kam ich von einem Abendprogramm, das die anderen schon früher verlassen hatten, und fand Mariananda mit mehr als zehn Personen um einen Tisch im Foyer sitzend. Ich zog mir einen Stuhl heran und hörte zu.
Kathrine Chernick und David Fauvre aus den USA beschrieben in diesem Moment ihre Begegnungen mit Sai Baba.Die Atmosphäre war so intensiv - es war sofort deutlich, dass hier etwas absolut Besonderes und Kostbares geschieht.
Marianandas Präsenz schien diesen Raum zu öffnen. Sie saß da, hörte zu, unterstützte und manchmal ergänzte sie die Beschreibung der Beiden und schilderte Facetten ihres Erwachens - aber eigentlich war sie vollkommen STILL.
Jede Zelle in meinem Körper war wach und es war pure Nahrung.
Ich kann gar nicht mehr direkt wiedergeben, was gesagt wurde - der vergleichende beurteilende Mind war in dieser zeitlosen Zeit, die wir dort saßen unwichtig.
Was ich hörte, von Kathrine, von David, von Mariananda war das, warum ich ihre Schülerin geworden bin. Es ist möglich, die Identifizierung mit dem Ego aufzugeben.
Es gibt etwas, das viel umfassender, größer, wahrer ist - und DAS ist, was wir wirklich sind. Mein Herz fühlte sich an, als würde es endlich ankommen und zugleich voller Sehnsucht.
In der Gegenwart von Menschen zu sitzen, die erwacht sind, ist eine unfassbare Gnade und löst ganz Vieles aus: Es ist eine tiefe intensive Freude. Ich spürte Vertrauen in DAS, Vertrauen in das Bewusstsein, das Leben, das uns führt. Und es machte mir MUT. Vom Erwachen zu hören und durch diese drei Menschen DAS zu erleben, worum es WIRKLICH geht, schürte das Feuer in mir an.
Die Worte, die ich beim Schreiben jetzt suche waren in diesem Moment nicht da.
Es ist ein wortloses Geschehen.
Als wir uns später am Abend voneinander verabschiedeten, fühlte ich mich reich beschenkt, ich erlebte mich als Teil einer weiten Liebe und großen Dankbarkeit.
Heike H.

 

3. Bericht

 

Die IEA (International Enneagram Association) European Enneagram Conference 2010 und ein anschließendes Intensive mit Mariananda.


Die Internationale Europäische Enneagram Conference findet zum zweiten Mal in Helsingör, Dänemark statt und meine spirituelle Lehrerin Mariananda ist auch dieses Mal nach ihrem grossen Erfolg vor zwei Jahren wieder eingeladen worden. Sie leitet einen der vier großen Haupt-Workshops mit dem Titel: From Ego to Divine Self.


Helsingör eine gute Stunde nördlich von Copenhagen, ist ein wunderschöner Ort, der sich flach über eine hügelige Landschaft der Küste direkt am Öresund erstreckt. Das Wasser, die Schiffe und Schweden sind direkt vor der Haustür.


Das Konferenz Zentrum direkt am Wasser wurde wegen seiner Lage, seiner Architektur und seiner Verbindung von Moderne, Landschaft und Kunst und wegen der außergewöhnlichen Gastfreundschaft der Dänischen Enneagram Vereinigung zum zweiten Mal hintereinander zum Treffpunkt der Internationalen Europäischen Enneagram Konferenz gewählt.


Mir könnte das Herz aufgehen, als ich dort in den prallen Herbstfarben stehe, aber ich bin im Krieg – was ich mir leider so nicht klar gemacht hatte: in meinem spiritualisierten Ego-Weltbild kam so etwas nicht vor, „ich kann doch nicht im Krieg mit meiner Lehrerin sein, die liebe ich doch, das geht doch nicht, und es kann nicht sein, was nicht sein darf.“


So bin ich blind und bis an die Zähne bewaffnet nach Dänemark gefahren, um meine Lehrerin auf ihrer eigenen Konferenz zu bekämpfen und mit ihr Gott und alles, was in mir lebendig ist.


Also bin ich statt zu sehen, wie schön alles dort ist, und wie anmutig und schön Mariananda ist und wie sie von Anfang an umringt ist von wirklich wissenden und wissen-wollenden Menschen, damit beschäftigt, wie ich aussehe, wie ich auftrete, wie ich mich gut darstelle auf diesem Welt-Parkett, um es Mariananda zu zeigen: „Ich bin was wert!! Ich bin die Größte!!“ Mein Herz ist von einer eiskalten Betonwand umgeben als ich sie nach dem Abendessen am Freitag dort mit einigen anderen aus unserem Sangha stehen sehe.


Unbewusst und wütend wie ich bin, lasse ich den machthungrigsten Teil meines Egos agieren, die Königin von Saba. Sie habe ich schon lange entdeckt, aber es ist bisher keine Willigkeit in mir, dieser Seite Einhalt zu gebieten.


So kommt es, dass ich Mariananda nicht richtig begrüße, weil in mir die Königin von Saba sie nur eiskalt ansehen und behaupten will: „Mariananda, du musst doch mich begrüßen, nicht ich Dich…“ Gegen diese Härte und Respektlosigkeit kann Mariananda nichts anderes machen, als sich schützen und sie geht.


Es ist kaum ein Erschrecken in mir darüber, dass ich meine Lehrerin vertreibe, nur diese Eiseskälte mit einem tauben Triumph. Dass in mir etwas schrecklich leidet, sich in seiner Einsamkeit noch mehr verschließt, das merke ich nicht, sondern ich schicke den Richter, mein spiritualisiertes Super- Ego noch obendrein hinterher, und lasse mich als besonders schreckliches Individuum geißeln und schlagen. Aber Berührt-sein, echte Reue darüber, was ich meiner Lehrerin antue, wegen der ich doch gekommen sein will? Nein, die lasse ich nicht zu…


Alle Verdrängungsmechanismen funktionieren, ich betäube mich - zur Neun hin desintegriert - in meine Gedanken und schließlich in den Schlaf hinein, mich damit beruhigend, dass ich ja schöne Kleidung dabei habe, die Mariananda gefällt: mit der „muss!“ sie mich und meinen guten Willen ja anerkennen…


Mich graust es heute, wenn ich das niederschreibe, aber ich merke, es ist ein gutes Grausen, das mich wach macht dafür, wie Ego in mir funktioniert.


So betäubt kann ich am nächsten Morgen wieder ganz ungerührt zu Marianandas Workshop gehen, und wieder kommt keine Begrüßung über meine Lippen und schon gar keine Entschuldigung dafür, dass mir bewusst geworden wäre, dass ich Mariananda am Vorabend vertrieben habe. In mir ist nichts als der eiskalte Vorwurf: „Sie erkennt mich nicht an, sie erkennt mich nicht an…“ in völliger Verdrehung der realen Tatsachen. Wer hier wen nicht anerkennt…


Ich setze mich Mariananda kampfesbereit als erstes direkt gegenüber in die erste Stuhlreihe des Plenums, mitten in ihr Blickfeld, so dass sie meiner mutwilligen Wut nicht ausweichen kann…


Aber Mariananda geht ganz ruhig weiter ihren Vorbereitungen für den Workshop nach und ich werde wütender und wütender und darunter auch immer verzweifelter. Mariananda sagt mir schließlich, sie würde nicht für mich die Entscheidung treffen, ob ich bleibe oder nicht… sie ist ganz freundlich dabei und ich gehe schließlich hinaus.


Wütend, völlig betäubt von meiner eigenen Wut stehe ich am Eingang zu einer hauseigenen kleinen Bücherei und lese die dänischen Buchtitel, ohne sie zu lesen… ich beschäftige mich… bis schließlich in mir nur noch ein Wissen bleibt: „wenn ich nicht an diesem Workshop von Mariananda, dem wichtigsten der Konferenz, wegen meiner eigenen Bockigkeit teilnehme, dann werde ich mich nur noch hassen, das verzeihe ich mir nie.“


Also gehe ich schnell, ohne ein Wort auf einen Platz am Rande des Plenums, merke jetzt meine Aggressivität, und versuche mich mit aller Kraft zusammen zu reißen, um diese Aggression nicht in Marianandas Richtung zu schicken.


Von dem, was Mariananda vorträgt, von den vielen Fragen der Teilnehmer, von den Einblicken in ihre Forschung über das Chakrenhaus bekomme ich nur wenig mit. Aber als sie mir wie allen anderen Teilnehmern zu Beginn die Aurasoma-Pomander-Tropfen gibt und wir gemeinsam das Chakrenritual ausführen, beruhigt sich etwas in mir auf einer ganz tiefen Ebene: Ein ganz kleines bisschen Licht durchdringt meinen Herzpanzer für Momente.


Aber bald spiele ich weiter die Rolle der coolen Konferenzteilnehmerin, meide Marianandas Blick und meine Truefriends aus dem Sangha, ich will wieder nur souverän und charmant erscheinen, aber nicht berührt sein… dies sind meine Waffen gegen Mariananda und mein Selbst.


Es ist dunkel um mich und die Welt ist flach, durch die ich dort gehe, sie ist zweidimensional, ein ausgedachtes Schlachtfeld und ich bin der flach gepresste Zinnsoldat meines eigenen Images, ein flaches bewaffnetes, totes Standbild …


So bewege ich mich völlig getrennt durch die Essenspausen und Workshops dieses Tages. Erst als am Abend eine gemeinsame Veranstaltung den Tag krönen soll, wandelt sich etwas:


Diese Abendveranstaltung ist eine unglaubliche Zumutung:


Ein zu spät kommender Mann in Military- Look mit dröhnender, unangenehmer Soldaten-Befehls-Stimme übernimmt im großen Hörsaal die Regie. Er will so etwas wie eine afrikanische Stimmperformance mit uns gestalten, aber es ergibt nur ein sinnloses, brüllendes Schreien mit aggressiv-stampfenden Schritten.


Es sind nur wenige Minuten vergangen, da entdeckt der Mann, dass einige sitzen geblieben sind und bei dem wilden und aggressiven Spiel nicht mitmachen, und er unterbricht sein Treiben fordert wütend drohend diese auf, auch zu uns herunter zu kommen oder aber sofort den Raum zu verlassen.


Er wird richtig ausfallend und wirft schließlich fast 30 Leute hinaus unter anderem auch Mariananda, Tom Condon und einige weitere angesehene Enneagramlehrer und Veranstalter.


Obwohl ich es sehe und es unmöglich finde, was der Typ da macht, und obwohl ich ein schlechtes Gefühl in mir habe, lasse ich es zu und stampfe und schreie mit bis zur Halbzeitpause dieses unsäglich aggressiven Treibens. Mir ist richtig schlecht in der Magengegend, mir tut alles weh, die Stimme ist weg, ich erlebe, wie verloren ich bin und spüre einfach nur noch Sehnsucht nach meiner Lehrerin, nach Mariananda.


Nach ihrer Sanftheit, ihrer Milde und ihrer Klarheit. Obwohl ich es in meiner Wut bis dahin völlig vergessen hatte: gerade diese Aggression von aussen bringt mich wieder zurück, lässt mein Herzenspanzer schmilzen. Ich will nach langer Zeit endlich wieder zurück, zur Milde, zur Liebe.


Erst in dieser Pause beginne ich, mein Herz wieder zu hören, ihm zu folgen, ich verlasse das aggressive Spektakel,


Ich suche Mariananda und gehe zu ihr.


Mariananda sitzt an einem Tisch in einem Bereich des weitläufigen Foyers und ist umgeben von einer ganzen Reihe Menschen. Einige kenne ich aus dem Sangha oder von den Workshops, die meisten aber nicht.
Direkt neben Mariananda sitzt eine Frau, deren Alter ich nicht einschätzen kann, und erst später wird mir klar, dass sie die hoch anerkannte Enneagramlehrerin Kathrin Chernick-Fauvre aus den USA ist. Neben ihr sitzt ihr Mann David Fauvre.


Diese drei unterhalten sich lebhaft und sehr vertraut miteinander, ohne dass ich alles verstehe, weil mein Englisch nicht gut genug ist.


Sie erzählen sich, bei welchen Lehrern sie selber waren und wie sie Amma getroffen haben, Mutter Meera, den Dalai Lama, Sai Baba und andere. Es ist eine angeregte Unterhaltung, die sich immer weiter zu vertiefen scheint. Immer mehr Menschen, die vorbei gehen wollen, bleiben fasziniert stehen setzen sich dazu und lauschen.


Um Mariananda ist eine Atmosphäre von Tiefe, Intensität und Licht. Dieses Licht geht ganz offensichtlich von ihr aus und als ich sie so strahlend, klar und aus sich leuchtend erlebe, beginnt es mich zu berühren. Ich kenne dieses Licht, das von Mariananda ausgeht, ich weiß, dass es immer so ist, wenn ich mit ihr in ihrer Wohnung, in ihrer Küche fast privat zusammen sein darf.


Dort habe ich es die letzten Jahre aber als selbstverständlich angenommen, mich darin gesonnt, daran aufgetankt, es mitgenommen, es geradezu verkonsumiert, ohne es zu ehren, ohne mir des Besonderen, des Außerordentlichen noch im Geringsten bewusst zu sein.


Hier erreicht es mich plötzlich und unerwartet: Mund, Augen und Ohren sind plötzlich geöffnet und ich erlebe, wie sich diese Atmosphäre des klaren, wärmenden Lichtes einstellt, weil dort Menschen sind, die - anders als ich meistens - wirklich hinschauen, und ohne groß etwas anderes von Mariananda zu wissen als das, was sie in jedem Moment ist, sich der besonderen erwachten Präsenz Marianandas öffnen und sich davon mitnehmen, berühren lassen.


Langsam wird mir klar, dass hier nicht irgendwer mit Mariananda spricht, sondern dass es zwei sehr wache Enneagramlehrer sind, die sich ihr gebannt zuwenden.


Plötzlich muss Kathrine weinen, als sie davon berichtet, wie sie wenige Tage vor dem tödlichen Unfall ihres 25jährigen Sohnes eine sehr intensive Begegnung mit ihm hatte. Ich weiß nicht mehr, was Mariananda dazu sagt, aber beide Frauen sind sich ganz nah, Mariananda berührt Kathrine und eine Welle unglaublichen Trostes und Lichtes geht von Mariananda aus.


Diese Welle erreicht mein Herz, ich spüre wieder, was ich so lange nicht gespürt hatte, was ich bekämpft habe bis aufs Messer: in mir ist etwas, das leben will, das sich nach Leben, nach diesem Trost und Heilung sehnt!!


Und nun spüre ich den Schmerz des Kampfes gegen mein Selbst. Tränen steigen auf, alles ist warm in mir, wird weit und wirft sich innerlich der Liebe, die Mariananda ist, einfach wie ein Kind entgegen. Ich tue es einfach den beiden anderen gleich.


Ich gebe mich diesem heilenden Licht hin.


Und hier, gerade jetzt im Foyer in Helsingör findet Heilung durch Mariananda statt auf einer Ebene, die ich nicht verstehe, aber an der ich teilhaben darf, immer, immer, wenn ich nur bereit dazu bin. Und wie ein brennender Schlag wird mir bewusst, wie ich Mariananda die ganze Zeit behandelt habe, was ich für ein unglaublich respektloses Arschloch bin, wenn ich so mit dieser Liebe umgehe, wie ich es seit Jahr und Tag immer wieder getan habe.


Die Scham brennt in mir, ich will sie mit Schuldgefühlen dramatisch mischen, aber die Liebe ist stärker und so sitze ich einfach mit der dankbaren Erkenntnis, ein super eingebildetes Arschloch zu sein, da und staune.


David Fauvre drückt aus, was er und seine Frau gerade erfahren haben, was wir alle, die hören mochten, erfahren haben: „Mariananda, ja, das ist Heilung!“ und er bedankt sich unter Tränen bei ihr.


Ein vierter Lehrer (es ist Albert Kamphuis aus den Niederlanden) sitzt Mariananda gegenüber, er hat genau gelauscht und alles ganz still und bescheiden verfolgt. Er fragt sie ganz ehrerbietig: „Sagen Sie, Sie können es mir beantworten, ich habe sonst nicht oft Gelegenheit mit jemandem wie Ihnen zu sprechen: Wie schützen Sie sich, wie schützt sich Amma gegen die Macht des Egos, die die Welt Ihnen entgegen bringt?“ Beide sehen sich einen Moment tief schweigend an, schließlich scheint ein verbindendes Wissen zwischen beiden zu bestehen, und Mariananda sagt: „Jesus wusste, was auf ihn zukommen würde, er wusste, er würde gekreuzigt werden, aber er ist doch deshalb keinen anderen Weg gegangen…“


Zu erkennen, wer da vor mir sitzt, wer mich in seinem Haus sein lässt und welche unschätzbare Gnade mir trotz meiner immer wieder verletzenden Missachtung und meines brutalen Kampfverhaltens durch Mariananda zuteil wird, reißt die eiskalte Beton-Mauer ein, die ich so wütend um mein Herz errichtet hatte, zwingt mein eingebildetes Macht-Ego in die Knie… Was muss es Mariananda immer wieder kosten, dass sie sich uns, sie sich mir so zur Verfügung stellt mit allem was sie hat?? Immer wieder bürden wir ihr unsere Schmerzen, unseren Schwindel, unser ganzes unbewusstes Ego auf, nur weil wir nicht hinschauen und keine Verantwortung übernehmen wollen.


Danke, dass ich wieder etwas merken darf, dass ich immer mehr sehen darf, was Ego mir und anderen, besonders aber meiner Lehrerin antut, dass ich den Schmerz darüber wahrnehmen und wieder lebendig sein darf!


Wie froh ich bin, wieder ein schlagendes Herz zu spüren, wieder den Liebesfluss zu spüren, der Mariananda ist, das kann ich gar nicht genug sagen!!!


Es ist wie eine Fügung Gottes, dass gleich im Anschluss an die Konferenz in Helsingör ein Intensive mit Mariananda auf dem Eichenhof stattfindet, und ich hier sein darf mit ihr, dass ich jetzt, da ich dieses Licht, das sie ist, wieder wahrnehmen kann, es gleich volle 7 Tage so nahe um mich habe, damit es in mich sinken kann. Ich bin hier, um mich in diesem klaren, bedingungslosen Licht sehen zu lassen, zu sehen und gesehen zu werden und Heilung und Öffnung zu vertiefen. In diesen Tagen wächst das Vertrauen in mir, wächst auch der Mut, mit Marianandas Unterstützung auf die von mir als „schrecklich“ bewerteten, und daher bisher heftigst abgewehrten und dadurch unerkannten Seiten des Egos zu schauen, ohne mich zu verurteilen, ohne es vor das innere Richter-Ego zu schleppen, das meint zu wissen, was spirituell ist und was nicht, nur um damit zu verhindern, dass ich überhaupt richtig hinschaue.


Eine dieser offenbarenden Situationen ergibt sich abends, als Mariananda uns zu einer praktischen Übung auffordert, die darin besteht zu überlegen, was wir einem Truefriend aus dem Sangha antworten, wenn er uns anruft, während wir gerade damit beschäftigt sind, ein Kochrezept auszuprobieren, das wir für das Retreat brauchen, welches in wenigen Tagen beginnt. Er ruft an, weil es ihm wirklich schlecht geht und er mit uns über ein drängendes Problem reden möchte. (Solche Übungen denkt sich Mariananda nicht aus, sondern sie ergeben sich, weil es der tatsächliche echte Konflikt von jemandem von uns ist.) Alle überlegen, gehen in sich, „Ich muss dringend dieses Rezept hinbekommen und möchte dem Freund helfen. Wie reagiere ich?“ Jeder von uns bringt dann die gefundene Lösung leise an Marianandas Ohr, für alle anderen unhörbar, damit wir weiter unvoreingenommen bei uns selber schauen können.


Ich bin etwas müde, habe nicht gut aufgepasst und sage, was ich wirklich und ehrlich genauso zu dem Anrufer sagen würde: „Tut mir leid, lieber X, ich kann dir gerade nicht zuhören… Wenn mir das Gericht gelungen ist, rufe ich dich zurück.“


Mariananda hört sich diese Antwort an, und sagt dann in ganz freundlichem Ernst zu mir „Damit wäre diese Freundschaft zu dir erst einmal zu Ende! “


Während Alle anderen noch weiter bei sich forschen, sitze ich und grüble, bis ich verstehe und mir siedend heiß wird, wegen dem, was ich da eigentlich gemacht habe, was eigentlich „schlimm“ daran ist: meine Arbeit, mein Erfolg geht mir über jedes Mitgefühl, über jede Anteilnahme, eiskalt und abgefuckt lasse ich einen Freund mit seinen ernsten Sorgen stehen, die mir in dem Moment nur lästig sind und hau ihm auch noch ins Gesicht, wie egal er mir ist… Es ist die Ego-Drei pur!! Es brennt hinter meinen Lidern. Ja, so ist es, das Dreier – Ego… Ich spüre die Gnadenlosigkeit und dass es mir selber auch weh tut, aber ich spüre, dass es Mariananda nur darum geht, dass ich genau das erkenne; sie verurteilt mich nicht, sie bleibt die ganze Zeit liebevoll und zugewandt, gerade weil ich bereit bin, dieser Seite ins Gesicht zu sehen und dafür Verantwortung zu übernehmen.


Das Vertrauen und die Bereitschaft hinzuschauen, wachsen.


Mariananda ist mein Vorbild, ich weiß es wieder. Deshalb bin ich doch hier !!


Und ich will zuhören, in mir weiß ich es. Auch wenn ich müde werde, ich weiß es in mir drinnen, dass ich lernen will - wirklich zuhören – nach innen und nach außen. 50:50 wie Eckhardt Tolle es sagt. So höre ich auch endlich etwas anderes deutlicher, ohne die alten Reflexe der Abwehr und der Wut:


Die ganze Zeit laufe ich auf dem Retreat in Kleidung herum, die meinen Bauch verdecken soll, den ichals besonders fett und hässlich empfinde. Ich trage deshalb eine weite Jacke offen und ein dickes Wolltuch, das ich über den Bauch hängen lasse. Meine „vermeintliche Dicke und damit verbunden meine Weiblichkeit sind ein Ego-Dauer-Thema“ in meinem Leben.Mariananda weiß das und so spricht sie mich auf dem Retreat mehrfach darauf an. Ich merke, wie die übliche Wut hochkommen will, wenn es um dieses Thema geht, ich beobachte sie und steige dieses mal nicht ein. Als ich mich später im Zimmer umziehe, wo meine beiden Freundinnen mit mir übernachten, da merke ich, dass ich mich beim Umziehen gar nicht wegdrehe, dass ich es irgendwie sogar genieße, mich vor ihnen nackt zu zeigen, mitsamt dem Bauch und allem. Ich beginne mich immer mehr zu wundern. Die Gefühle, die ich mir jahrelang eingeredet hatte und natürlich mir auch selber geglaubt hatte,, stimmen überhaupt nicht. Morgens treffe ich Mariananda vor unserem Badezimmer. Sie sieht, wie ich wieder meine Haare geföhnt und mein Gesicht geschminkt habe und scherzt kurz mit mir darüber, dass ich obenrum wieder alles fein gemacht und den Hals abwärts alles verhängt habe. Dann sagt sie: „Du mit deiner Figur, das ist schon seltsam…“ Und ich sehe ihr in die Augen und merke, sie hat einfach schlicht recht, und ich spreche aus, was ich seit ich mich beim Umziehen beobachtet habe, denke: „Ich glaube, ich kokettiere nur mit meinem Figur- thema, ich glaube , das stimmt gar nicht wirklich..…“


Mariananda ist sichtlich erleichtert, dass ich seit langem endlich wieder etwas tiefer schaue, statt nur bis zum üblichen Wut-Drama mich steigere : „nein, ich bin nun mal fett, das ist nun mal so schlimm, lasst mich in Ruhe…“ sondern dass ich endlich erkennen kann, dass sich eine mächtig darin gefällt, dieses Thema immer kokett vor sich her zu tragen „ach, seht ihr denn auch alle meinen Bauch?? Ist er nicht hässlich fett? Könnt ihr auch alle sehen, wie ich ihn verstecke und wie besonders furchtbar er ist?“ – mit säuselnder Stimme gefällt sich etwas außerordentlich in dieser betont versteckenden und damit hervorhebenden Rolle der Hässlichen.


Und am Frühstückstisch sitze ich direkt neben Mariananda, ich bin unglaublich nahe diesem Licht, und sehe in ihren Augen die ganze Zeit, egal mit wem sie arbeitet, dieses liebevolle Interesse. Sie stellt mir die Frage: „Wenn bei dir auf der einen Seite die Kokette ist – wer ist denn dann auf der anderen Seite?“


Es gibt ein anschauliches Bild der beiden sich gegenseitig bedingenden Seiten der Dualität, das Mariananda die „Sado-Maso-Sucht-Schwipp-Schwapp“ nennt. Jeder von uns trägt immer beide Seiten in sich, wenn auch meistens nur die eine davon mehr oder minder bewusst gesehen und akzeptiert wird, bevor wir sie beide erkennen und integrieren können.


Als ich schaue, tritt diejenige hervor, die sagt: „Ich bin die Schönste!! Sowieso bin ich die Allerschönste, egal ob mit Bauch oder ohne, ihr habt mich schön zu finden!! Basta, aus! “ Es ist die von mir schon oft wahrgenommene und „Königin von Saba“ genannte Dame mit ihrem Verherrlichungs - Macht – Anspruch: „Ich bestimme, was schön ist, und ihr habt dem, was ich bestimme, Folge zu leisten! Alle! Auch du, Mariananda! Ich bin die Schönste, so wie ich bin!!“


Beide sind sie deutlich zu sehen: die Kokette mit dem auffällig unauffälligen und schleimigen Getue, ihrer dick aufgetragenen Bescheidenheit ihr ständiges Getue um ihre Hässlichkeit, den fetten Bauch, die Leugnung der Weiblichkeit, und ihrer Gefallsucht auf der einen Seite und auf der anderen Seite die offen despotische Königin von Saba mit dem gnadenlosen Anspruch, ihr müsse gehuldigt werden. Beide halten sich die Waage. Endlich, nach einer jahrelangen Leugnung beider Seiten, hat mich Mariananda mit ihrem liebevollen Interesse angesteckt. Immer wieder hatte sie auf mein Thema verwiesen, aber ich hatte ihr immer die Worte im Mund verdreht, war beleidigt oder verschloss mich ganz. Es ist dieses Mal endlich keine richterliche Verurteilung in mir, es ist ein Erkennen, das mich mehr wachrüttelt als erschreckt, es ermöglicht das nüchterne Hervortreten zweier Seiten des Egos, die sich bedingen, sich gegenseitig stützen.


Die Koketterie zu leugnen war so lange nötig, wie ich unbedingt als guter und besserer Mensch gesehen werden wollte, und sie sollte gleichzeitig auch die brutale und eiskalte Härte der anderen Seite, der Königin von Saba verbergen. Diese beiden Seiten zusammen machen mein ganzes Ego – Handeln aus, zwischen denen kippe ich hin und her, gerade dann, wenn ich sie nicht wahrhaben will und agiere sie gegen mich und gegen den Rest der Welt. Ego pur !!


Das sehe ich nun endlich und ich breche erstaunlicherweise nicht zusammen.


Dieses Mal will ich es wirklich selber alles wissen, untersuchen, ich will dem Ego auf den Grund gehen. In demselben Moment, wo ich mich mir selber öffne, ist auch jedes Misstrauen, jede Projektion auf Mariananda verschwunden, sie lotst mich nur mit immer weiterleitenden Fragen durch mein eigenes Unbewusstes, immer weiter und tiefer.


Ich sehe nun, dass sie nie etwas anderes tat. Und es macht mir sogar Spaß, es interessiert mich nun nicht mehr „richtig oder falsch“ oder „gut oder böse“ nun endlich will ich selber wirklich wissen.


Mariananda fragt weiter, indem sie mit ihren Händen die beiden Seiten der Waage bildet: „Du spürst diese beiden Seiten in dir. Bleibe dabei, schau genau hin: Wenn jetzt diese beiden Seiten ganz wegkippen, auf der einen Seite fällt die gesamte Koketterie weg und auf der anderen die Königin von Saba – was bleibt dann?“ Als ich ganz nach innen schaue, meine Augen schließe, mich einem unsichtbaren inneren Kern zuwende, dem ich ohne Koketterie und Königin von Saba begegne, erkenne ich: „Ich bin nackt.“
Mariananda fragt weiter: „Wie ist dieses Nackt-Sein für dich?“ Ich bleibe genau an dem Punkt des Nackt-Seins, und zuerst spüre ich gar nichts und es kommt zaghaft dann ganz klar: „Ich schäme mich!“ Und ich merke, ich schäme mich vor den anderen, die mich nackt sehen können, genauso, wie ich ohne Maske, ohne Ego – Kleidung, unverhüllt eben bin…


Es ist unglaublich ernst in mir, und es ist hoch konzentriert, hier gibt es keine Abweichung mehr, hier ist irgendwie Endstation, Bingo, Nackt und kein Verstecken, kein Ausweichen, kein Getue und auch kein Gedanke mehr…


Mariananda sieht, wo ich bin und sagt: „Jetzt sitzt du vor der Schamwand. Auf der einen Seite ist es die Scham gegenüber den Menschen, die dich nackt sehen können und auf der anderen Seite ist es Gott, vor dem du dir bewusst bist, nackt zu sein. Jedoch nicht nackt wie im Paradies, da wusstest du ja nicht, dass du nackt warst. Da warst du noch unfähig zur Sünde, erst jetzt, da du um das Ego weißt und darum, was es tut, bist du fähig zur Sünde und wegen dieser Erkenntnis schämst du dich… Bleibe da, genau dort, mit Scham, warte, ohne zu warten, wann und ob sich die Tür öffnet… bleib da… don´t move!!!“


Es ist, wie auf einer Nadelspitze zu sitzen: nur wenn ich mir der Nadelspitze voll bewusst bin, ohne Vor- oder Zurück, ohne Drama oder Euphorie, kann ich den Punkt, an dem ich bin, richtig verorten: es ist aus Sicht meiner bisherigen Ego-Gewohnheiten nicht gerade sehr angenehm, aber es ist lebendig und es erfordert meine volle Aufmerksamkeit.


Denn sobald ich ins Träumen oder Denken gerate, sinke ich zur Seite in einen schlammigen Morast, zweidimensional, werde selbst zu diesem flachen leblosen Schlamm, aus dem ich nur mit Anstrengung wieder herausklettern kann.


Es gibt kein anderes Wohin als nur dieses Hier – Sein, auf der Nadelspitze der Scham, genauso nackt wie ich bin. Der Sog, mich mit irgendetwas bedecken zu wollen, mit Gedanken, mit Gefühlen, mit jeglicher Maske von Koketterie und Königin von Saba (diese beiden tauchen jetzt ständig als komplementäres Muster meines ego-gesteuerten Handelns auf) ist stark, aber ich kann es jetzt sehen und muss ihm nicht blind folgen. Ich weiß, dass es keinen anderen Ausweg gibt als genau hier sitzen zu bleiben, wach, ohne zu hoffen, aber nicht hoffnungslos.


Und ich vertraue voll und ganz meiner Lehrerin. Genau diese Wahl habe ich: Vertrauen oder nicht !! Und ich vertraue!!


Mehr ist jetzt nicht zu tun. In Respekt und Dankbarkeit für meine geliebte Lehrerin Mariananda. DANKE.
Maria H.

 

 

regenbogen

Liebste Mariananda,

in meinem Herzen ist solch ein Jubel! Ich BIN Jubel. Voller Dankbarkeit, für die Gnade die wir durch Dich erfahren haben. Ich spüre noch das Beben in jeder Zelle, und wenn ich die Augen schließe entsteht die Welt in mir und alles darin hat diesen "Aufbruch" gleichermaßen miterlebt.

Grashalme richten sich auf und ihr Grün erstrahlt, (alles Zertretene und Gedemütigte richtet sich auf), alles Federvieh richte ihr weißes, graues, braunes, buntes Gefieder und fliegt und flattert in die Freiheit, (alles Eingesperrte und Geknechtete ist befreit). Der Bär und der Jäger gehen aufeinander zu (alles Gejagte und Verfolgte kehrt in die Gemeinschaft des Lebens zurück). Der Delphin reinigt mit göttlichem Ton die Meere überall (alles Verleugnete und Verdrängte kommt ins Licht der Wahrheit).Menschen wachen auf und erkennen einander als Brüder und Schwestern in dem EINEN Herzen, das alle und alles bewegt (alles Getrennte kehrt in die Einheit zurück). Es gibt nur JETZT, und alles ist verbunden und erfüllt von der Vibration der Liebe, der Freude Gottes an seiner Schöpfung. Gott hat einmal tief ein- und ausgeatmet und die Luft vibriert von Bewusstheit, neu, frisch und klar.

Ich sitze schon seit über einer Stunde und diese Bilder ziehen durch mich hindurch, und ich versuche etwas davon zum Ausdruck zu bringen, auch wenn die Scheu mich hin und wieder bremst. Der Regenbogen, der am Himmel über uns erschien, ist die Art wie Gott Danke sagt für Deine Bereitschaft ein 'Fahrzeug' seiner Gnade zu sein, und dass umfassende Transformation geschehen ist. So nehme ich es in meinem Herzen wahr. Gott ist lebendig, allgegenwärtig, hört jedes Gebet und jede Bitte, gibt Antwort auf alle Fragen.

Das ist es, was ich am Samstag im Blue Planet und beim Satsang erlebt habe, wie auch in den Begegnungen mit Dir davor. Ich habe die zwei Tage wie eine Choreographie erlebt, in der alles einander dient. Alles was Du sagst, was die Einzelnen in der Gruppe bearbeiten, was dazwischen geschieht oder beim Essen, egal, alles gehört zusammen, und ich habe aus allem Antwort bekommen. Das was ich mir immer ersehnt habe, geschieht in Deiner Gegenwart. Die Wahrheit, die in Gott ruht, bekommt wieder An-Erkennung, und in Dir sehe ich all die Liebe, das Mitgefühl und die Weisheit vereint, die in mir noch als tiefe Sehnsucht 'süßen' Schmerz verursacht. Ich fühle mich durch Dein Sein in meinem Sein so sehr genährt und gestärkt. 'Deine' Hingabe weckt Hingabe in mir, mehr auf die Stimme Gottes in mir zu vertrauen und mich damit der Welt zeigen.

Mein Herz ist so voll und die Worte scheinen mir so spärlich, um auszudrücken, was mich bewegt. Du bist meinem Herzen soooo naaahhhh

.... da braucht es gar nicht viele Worte: ich bin Gott unendlich dankbar, dass ER mich zu Dir gebracht hat. nach Hause kommen, immer tiefer, immer umfassender, immer jetzt...

May God bless you even more!
In Liebe,

v.



regenbogen

Liebe Mariananda,

bin so sehr bewegt von der Autobiographie "Das verborgenen Gesicht der Liebe" und dem unglaublichen Mitgefühl, dass Llewellyn Vaughn-lee für sich und seine verzweifelte Suche entwickelt, bevor er Irina Tweedie begegnet.

So vieles erinnert mich an meinen Weg, bevor ich zu dir fand, gefunden wurde in deiner Gegenwart.

Es sind wirklich eine ganze Reihe sogenannter Lehrer, denen ich begegnet bin, und die im besten Fall meine Sehnsucht nur immer weiter ungestillt ließen, mich irritiert haben oder sogar vollends irregleitet, wie die beiden mit ihren Drogen...

Und trotzdem, was nie verraten werden konnte war das göttliche Selbst auf seiner Suche nach sich! Und wirklich nie werde ich den ersten Augenblick im Angesicht der durch dich wirkenden Wahrheit vergessen, wie mein naives Ego mich zu dir brachte, die mir dringlichste Frage formulierte und du SOOO TIIIIEF in mich sahst, dass davor kein Verstecken oder Weglaufen möglich war, weil, egal wie das Ego sich auch fühlen mochte, die Erleichterung alles überwog.

Die Erleichterung auf eine Weise erkannt zu sein, wie - heute weiß ich das - nichts diesen Teil in mir je erkannt hatte außer GOTT selber durch alle Zeit hindurch. Ich war erkannt auf allen Ebenen meines Seins: psychologisch, körperlich, bis in den durchsichtigsten Feinstbau meiner Seelenstruktur,
dort wo die Wellenspitze in den Ozean taucht.

Die übergroße Liebe in deinen Augen, dein scharfes Sehen...genauso, wie es Llewellyn über Irina Tweedie schreibt:

"Sie war voller Feuer, voller Leidenschaft und Liebe - jener Liebe, die beides ist, Zärtlichkeit und gleichzeitig ein kaltes Messer, das Illusionen wegschneidet."

Und ich wiederhole, das Mitgefühl, das Llewellyn für sich aufbringt, durch alles was er erlebt hindurch, haut mich um, bringt mich zu Tränen und zeigt, wie neu es für mich ist, wirklich dieses Mitgefühl zutiefst für mich zu entwickeln ohne eine Faser von mir zu verraten, die doch alle GOTTES sind.

Und wie verrate ich sie? Sogar jetzt, da ich allein bin, hab ich den Impuls diesen Teil nicht immer ernst zu nehmen, ihm keine Aufmerksamkeit, keinen Raum, keinen Ausdruck zu geben ... Schaue doch lieber fern als zu meditieren, zu malen oder zu schreiben, denke oder fühle mich weg vom Ganz-Sein, von dem ich doch inzwischen so sicher weiß, dass es als einziges zur Wurzel aller Sehnsucht führt.

Und nochmal: dort darf ich MITGEFÜHL mit mir haben, der Teil der schimpfen will, rücke zur Seite und lasse die Tränen der Heilung noch tiefer zu !!! Da lese ich wieder dein Gedicht von Hafis, dass du mir geschickt hast, hab es mir überall hingehängt und ich weiß, genau darin liegt der Weg zu diesem Mitgefühl, dass mich lehren kann, Liebe zu SEIN:

"Der Mangel in meinem Herzen heute nacht hat meine Augen so sanft, meine Stimme so zart gemacht, mir unmissverständlich gezeigt, wie sehr ich Gott brauche."

Soviel Danke kann ich gar nicht sagen, wie in mir ist, Mariananda !!!!
y.



regenbogen

Liebste Mariananda, beloved Teacher,

Ich bin zutiefst berührt von Satsang, wie die Liebe uns alle umfängt, uns berührt und verbindet. Mir fehlen die Worte, das auszudrücken, was geschieht. Es ist, als habe sich eine Tür sich aufgetan, das Verborgene sich enthüllt.

Die Liebe öffnet das Herz und die Augen, und bringt den Mund zum Schweigen. „Wie soll ich Dich empfangen und wie begegn ich Dir, oh aller Welt Verlangen, oh meiner Seele Zier.“ Nackt und bloss.
Voller Staunen.


Yes, yes, yes forever.
Ich liebe Dich.

M.



regenbogen

Dearest Mariananda,

I let go - and am soaked in love. You have lit a candle in my heart,
Let me burn.
A.



regenbogen

Liebe Mariananda,

Ich habe mich mit „meiner“ Wut hingesetzt und sie beobachtet, wie du es mir empfohlen hast. Es brachen Sturzfluten heftiger, völlig chaotischer Gefühle auf, die ich tapfer versuchte einfach „sein zu lassen“. Ich fühlte mich wie im Schleudergang und nach einer Weile tauchte tiefste Verzweiflung auf und wie ein innerer Hilferuf sprach es: „ich weiss nicht mehr wer ich wirklich bin“.

In diesen Worten treffe ich meinen tiefsten Punkt an Verzweiflung und Hilflosigkeit. Und mir wurde klar, wie sehr ich immer versuchte, diesen ganzen inneren Wahnsinn zu kontrollieren. Ich sehe jetzt, dass es immer die „falsche“ Richtung war, dass es gerade darum geht die Hilflosigkeit zuzulassen, um erkennen können, wer ich wirklich bin.

Ein Traum heute Nacht. Während ich versuche, diesen Traum aufzuschreiben, erlebe ich, beobachte ich, wie „Jemand“ einen Traum, ein Bild, eine Geschichte, auf eine weisse, leere Leinwand malt, um seinen schmerzlichen Ein-drücken Aus-druck zu geben.

Also, ich beobachte, und wer beobachtet da wen ? Und wer erlebt die Geschichte ?

Gerade eben war ich noch völlig „gefangen“ von der Traum-Geschichte, und den damit verbundenen !  schmerzlichen Emotionen. Und jetzt ist es einfach still, und ich beobachte, wie ein Teil in mir geneigt ist, nach der Geschichte zu greifen, doch sie löst sich einfach auf…

Es ist ganz friedvoll in mir. Das „Buddha-Lächeln“ aus der von Dir geleiteten Meditation taucht wieder auf, und das fühlt sich an, als ob innerlich die Sonne aufgeht. Und dieses Licht leuchtet den inneren Raum aus, der da ist, wo eben noch der Wahnsinn tobte. Oh mein Gott, ich bin so dankbar.

Ich erlebe schon jetzt eine wundersame Wirkung und Befreiung, einfach durch meine Bereitschaft Dir zu schreiben und mich mit-zu-teilen.

Von Herzen danke für das Buddha-Lächeln.

W.



regenbogen

Liebste Mariananda,

Mundoffenes Staunen.

Du bist hier, und wie du hier bist. Pure Klarheit, pure Schönheit, pure Kraft, pure Liebe, pures quellsprudelndes immer frisches Leben, pures Bewusst-Sein, das ohne Hindernisse fliesst, göttlich spielt, liebkost, tröstet, aufweckt, Freude ist, Freude schenkt danke, oh, immer wieder danke.


In tiefer dankbarer Liebe, was für eine Gnade, diese Präsenz.

Deine H.



regenbogen

Singen mit AMMA ein Bhajan für Dich.
Du dem Ort der Liebe, zu dem ich immer gehen darf , an dem ich immer willkommen bin.

If this is not the place where my tears are understood,
Where can I go to cry ?

If this is not the place where my spirit can take wings
Where can I go to fly ?

If this is not the place where my questions can be asked
Where can I go to seek ?

If this is not the place where my feelings can be heard
Where can I go to speak ?

If this is not the place you`ll accept me as I am
Where can I go to be.

Where can I go and grow
Where can I got to be just me
Where can I go to be.

H. und A.



regenbogen

Liebste Mariananda,

Was für ein Satsang heute. Diese Liebe und die Schönheit, die durch Dich strahlt ist überwältigend. Es gibt immer wieder Momente, wo mein mind sich etwas nehmen will, auf mich beziehen will, was Du sagst, wie Du guckst, um mich blitzschnell wieder abzuschneiden, zuzumachen. Heute konnte ich dabei zusehen. Und dann immer wieder vertrauen, und zu erkennen,“Du“ willst mir und niemandem etwas Böses, „Du“ willst nichts, „Du“ bist: reine Präsenz, Liebe, Unschuld, diese Unschuld sehe ich immer mehr—soo schön , so aufweichend und anfeuernd innen drin.

Und dann, als Du gesagt hast „ich will“ - ist nicht Mitgefühl, da war mir so deutlich, dass der Kopf eigentlich immer irgendetwas will. Verstehen, mitreden, aufpassen, kontrollieren ...

Dein Da-Sein ist so eine Ermutigung den Mind-Stimmen nicht zu folgen.

Ich bin so unendlich dankbar.
G.



regenbogen

Liebe Mariananda,

Ich bin sehr froh über Deine Anweisungen. Was für eine Hilfe. Wenn meine Hände sich waschen, muss mein Mund sie dafür loben ? Nein, es ist EINES, ALLES. Zu den meisten Momenten klingt mir das fremd, aber im Satsang und auch jetzt kann ich das ganz sachte spüren, und von diesem Spüren aus ist es eher seltsam, sich sonst als getrennt zu empfinden.

Namaste`
J.



regenbogen

Dearest Mariananda,

Before meditating I drew an angel-card: “Brotherhood/sisterhood”. And that is enough to draw in an whole army of feelings and thoughts and emotions about a boyfriend riding on flying carpets, “swooshing” on into awareness….

I am so glad to have seen it coming, and immediately the alarm went off inside: “ If you are not very still right now, you will be on junk again.”

It took all willingness and awareness not  to follow the habit, to the needle of feelings, to addiction, I felt like a warrior instead of a looser. I watched my breath and the flying carpet bringing its opium of desire drifted away into nothing-ness, but ready to come at any unaware moment !

Lord, burn me off all desires, all wishes, all hoping, all wanting guide me to be your warrior servant, your servant warrior,

LOVE, good night LOVE

E.



regenbogen

Dear Mariananda,

I sat down to write to you and as soon as I sat down I was annoyed. The annoyed voice said: You are just writing because your teacher told you to.
Why do you invite us to write to you ?

So that we stay open and to bring us back to love and the truth. Voice: So your spiritual teacher should not invite you to write to her ? Turn it around: my spiritual teacher should invite me 100000 times a day to write to her.

Please, teacher be as demanding, as exacting, as precise and as truthful as can be. My anger burns in your light and is gone.
I love you.
A.