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budda klein

GEDICHTE VON MARIANANDA

Japfenster


regenbogen
SEIN

Wie mühevoll das

Einschlafen in die

Geburt.

Wie sorgenvoll das

Träumen in den

Leben

Wie schmerzvoll das

Gleiten in den

Tod

Wie einfach, wie sorglos,

Wie fraglos

Das Erwachen ins

SEIN.


regenbogen
Endlos

Sei endlos in der Zeit.

Der blaue Planet sehnt

Sich nach Frieden.

Deine Seele sehnt

Sich nach Frieden

Deine Heimat sehnt

Sich nach Dir.

Kehre heim und sei Frieden.

Sei du selbst.

Sei Frieden

Erwache zum Frieden,

Der Du bist.

Sei endlos in der Zeit.


regenbogen
ICH-ICH

Endlose Schattenkarawanen

Aneinandergereiht aus

Endlosen Lebensentwürfen

Kehren willig schweigend

Zurück in meine Mitte

Um sich aufzulösen

Im traumlosen

JETZT des :

ICH BIN


regenbogen
Illusionen

Glückstraum reihte sich

an Glückstraum,

Albtraum erjagte

Albträume.

Jahrelang rannte ich vor

dem einen fort, und dem

anderen hinterher.

Erwacht, erkannte ich:

Ein illusionäres Ich jagte

Illusionären Träumen hinterher

Mein anfängliches, überwältigendes

Gelächter hat einem friedlichen

Schmunzeln Platz gemacht.


regenbogen
Bewusstsein

Du kannst Bewusstsein überschatten:

Mit Begriffen. Mit Vorstellungen.

Mit Daten. Mit Zahlen.

Mit Glauben. Mit Nicht-Glauben.

Mit Religionen. Mit Ansichten.

Mit Vernunft. Mit Unvernunft.

Mit Welten - und mit

Gegenwelten.

Aber Du kannst es niemals

zum Verlöschen bringen.

Niemals in sich selbst verdunkeln.

Weil es alles das auch ist.

Oder auch nicht.

Nur: ganz anders.


regenbogen
Shalom

Yoga des Herzens

Geborene Pracht

In der Stille der Seele

Ruhet selig Erwachen


Tosen der Winde


Erlauschtes Gebot

In das Werden der Worte

Gebieret erklingend sich Zeit


Erglühen der Farben

Gebundenes Licht

In die Fülle des Raumes

Entfaltend lebendige Form


Yoga des Herzens

Erstorbene Sehnsucht

In der Stille des Nichts

Ruhet ewiges Sein.


regenbogen
BARMHERZIGKEIT

Gott, Du gnadenvoller, Grosser

Gibst unzählig – immerzu

Jedem Vogel, jeder Muschel

Jedem Stein und jedem Stern

allem, was erscheinen mag.

Allem was bleibt unsichtbar

gibst du Leben, Atem, Lebensfunken

bis ins winzigste Atom.

Rechnest nicht, verlangst dafür nichts,

freuest Dich und glühest tiefer,

weil dein Werk so wohlgetan.

Immer wieder schwängerst du und kreisest

Qual nicht scheust Du und Geburt,

freuest Dich und glühest tiefer,

weil Dein Werk so wohlgetan.

Gott, Du gnadenvoller, Grosser

liebestrunken, klingend, leerend,

bis Unendlichkeit erscheint.

Dann erst ruhst Du in der Stille,

an dem siebten Tag der Tat.

Aus der Stille quillst Du wieder,

um das Werk erneut zu schauen.

Oh, Du Gott, Du gnadenvoller Grosser

Liebender so voll des Klanges,

niemals bleibst Du –

immer bist Du, überall und nirgendwo.

Gutheit – unermesslich weise –

gebend, nehmend, strafend, lobend,

doch in Wahrheit immer stillend.

Gutheit –unermesslich bildend –

gebend, nehmend, strafend, lobend -

doch in Freiheit immer wachsend.

Gutheit - unermesslich einfach.

Niemals gebend, niemals nehmend,

niemals strafend, niemals lobend.

Allein seiend, alles liebend - seiend Sein.

Vollste Fülle, leerste Leere,

Gottes Gnadenliebestrunk.

Erst wenn Dürsten schal wird trinkst Du,

erst wenn Hunger dumpf wird isst Du.

Erst wenn Denken nicht mehr glaubet,

erst wenn Fühlen nicht mehr sehnet,

erst, wenn wahrnehmend zerstäubt die Illusion,

siehst Du, weißt Du, bist Du

eines Einzigen Geliebter,

und, Du bleibst die Ewigkeit.

Berge, Blumen, Menschen, Tiere,

Sein und Nicht-Sein, alles wirbelt durcheinander.

Stehet, lieget, tanzet, ruhet;

In der Zwischen - Zeit ergibt sich Stille .

Tausend Tage musst ich wandern

Tausend Tage musst ich tun.

Eine Stunde wollt ich ruhen, rasten,

wollte schlafend Träume fangen.

Weil ich schlief, erkannt ich Wach-Sein.

Und nun sing ich Lieder, voll des Lobes,

Tue Taten freudig, ohne Grund.

Wandre Täler, Hügel, Strassen.

Ohne weil und soll und aber.

Solange, bis Zeit vergeht.

MARIANANDA

muschel muschel muschel muschel